Stammtischstein webDer Eifelverein Eschweiler besteht nicht erst seit gestern, sondern fing auch vor vielen Jahren schon an, Geschichte zu schreiben. So wurde im Jahre 1970 schließlich der Stammtisch des Eifelvereins Eschweiler gegründet, erstmals im Hotel & Tanzlokal St. Peter in der Schnellengasse am Markt. Die Initiative, diesen erstmals auszurichten, kam von einigen Wanderern, darunter Josef & Gerda Bailly, Wolfgang & Nelly Pieper, Josef Schröteler, Peter Könen, Familie Mirgarts und natürlich Erich & Magda Groteclaes; eine damals sehr lebensfrohe Gruppe. Hierdurch entsprang auch die ausgefallene, dennoch witzige, Idee der Männer sich als Zeichen des Stammtischs, aber auch, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, einen Schnurrbart wachsen zulassen, der später dann durch die Idee eines Steins abgelöst wurde.

 

Ab dem 06.08.1982 fand sich der Stammtisch dann aber im Wirtshaus “Esser Daun” wieder, später “Uferlos”, das am 24.06.2009 durch vermutliche Brandstiftung niederbrannte und somit auch nicht mehr zum regelmäßigen Treffen der Wanderer dienen konnte. Seitdem findet das wohlgesellige Beisammensitzen im Meteora (Langwahn 71, 52249 Eschweiler) statt.

Um die Zeit 1983 etwa entstand die Idee eines Steins, der dem Stammtisch gestiftet werden und ihn allein durch sein “Dasein” unterstützen sollte. Die Idee stammte von Herrn Erich Groteclaes, dem Mann von Frau Groteclaes, die wir, Gunild & Sarah Starosta, dazu am 16.11.2014 aufsuchten und zu dem Thema um den Stammtisch befragten.Frau Magda Groteclaes ist damals im Dezember 1968 zusammen mit ihrem heute verstorbenen Mann in den Eifelverein Eschweiler eingetreten und ist auch heute noch ein treues Mitglied, damals mit gerade 41 jungen Jahren, heute mit fast 88. Und wen könnte man besser fragen, als sie, die jeden Tag ihres Lebens in Tagebüchern, die bis zu über 30 Jahre zurückgehen, festhält, alle Wanderhefte seit Ende '68 in einen ihrer Schublädchen aufbewahrt und am liebsten ein ganzes Buch über den Eifelverein Eschweiler schreiben würde.

Frau Groteclas schaut zurück in die Vergangenheit und gewährt uns einen kleinen Einblick in die Zeit einige Generationen vor uns. Nicht immer schon war der Verein das, was er heute ist. Die Mitglieder waren überwiegend Ärzte, Anwälte, Lehrer und andere angesehenere Leute und wer in diesen Bund eintreten wollte, der musste Bürgen haben, um überhaupt eine Chance zu haben, Mitglied werden zu können. Heute staunen wir darüber, unvorstellbar - damals die Regel. Es war der “feine”, etwas “bessere Verein”. Es war DER VEREIN. Wenn man das Glück hatte, einen Bürgen zu haben, wurde man den allgemeinen Mitgliedern vorgestellt, die schließlich darüber entschieden, ob sein Ruf gut genug war, in den Verein aufgenommen zu werden, und was das anging, war der Verein äußerst kritisch. Wurde man herzlich empfangen, gab man als Einstieg einen aus. Na, wer gerät da nicht ins Staunen! Heute ist man glücklich über jedes weitere Mitglied und nicht zu vergessen: Auch Gäste sind herzlichst wilkommen!

Einmal im Jahr, zu Beginn, fand dann der beliebte, große “Eifelball” statt, gesponsort vom Eifelverein Eschweiler. Dieser fand zuerst in der Schnellengasse in St. Peter statt, zog später dann um ins Tanzlokal "Esser Daun". Und, wie nicht anders zu erwarten, war hier zuwiegend gehobenere Gesellschaft erwünscht. Die Karten waren im Nu ausverkauft, vorwiegend an die Mitglieder und anschließend an die, die Glück hatten, noch welche zu bekommen. Aber nicht alles hat sich gewendet. Genau wie damals schon, gibt es heute noch zum Ende des Jahres hin, die altbewährte Jahreshauptversammlung, auf der nach einer kleinen Wanderung ein Jahresrückblick gegeben wird, Ehrungen, sowie die Stockringverleihung gehalten werden, Kaffee & Kuchen zum netten Plaudern angeboten werden und eine Tombola stattfindet. Damals, verrät Frau Groteclaes uns, wurde am Ende der Versammlung dann immer noch ein LiedFoto von Frau Groeteclaes gesungen, speziell ein Wanderlied.

Sie erinnert sich an diese Tage zurück und erzählt uns voller Euphorie von der Zeit, als sie noch mitwanderte. Die Wanderungen hatten bis zu 28 Kilometern - 15 Kilometer waren damals nichts. Ihre Liebe zum Wandern musste sie aufgrund einer schweren Erkrankung aufgeben. Während ihrer aktiven Phase gehörte der Stammtisch, der einmal im Monat stattfand und bei dem immer viel gelacht, erzählt und ab und an gesungen wurde, immer dazu. Natürlich hat sie auch nicht vergessen, wie ihr Mann eines Tages mit der spontanen Idee eines Marmorsteins für den Stammtisch um die Ecke kam. Ein Stein, der sich als Symbol dieser geselligen Runde eignen sollte. Frau Groteclaes und ihr Ehemann führten damals nämlich ein gemeinsames Fliesenfachgeschäft, wodurch sich diese Idee auch schnell verwirklichen ließ und der Stein somit bis heute beim Stammtisch dabei ist. Nach dem Tod ihres Mannes, Januar 1986, im Alter von gerade 64 Jahren, löste sie das Fliesengeschäft auf. Der Stein ist seit etwa 1983 ein Denkmal für den Stammtisch des Eifelvereins Eschweiler.

Am Ende des kleinen Interviews äußert Frau Groteclaes noch einen Wunsch: dass der Stein niemals wegkommt und vom Eifelverein immer gut gehütet wird.

 

(Interview&Text: Sarah Starosta, Foto oben: Anna Starosta, unten: Sarah Starosta)