Anfang April machte sich der Eifelverein Eschweiler mit einer 25-köpfigen Gruppe unter der Leitung von Gunild Starosta, Querflötenlehrerin an der Musikschule Eschweiler,

auf zum Gut Paulinenwäldchen, einem Bioland-Hof am nördlichen Stadtrand von Aachen. Dort wollten wir schauen wo unser Essen herkommt und durften Frau Gerlach vom Bildungsteam Paulinenwäldchen über den Hof begleiten.

Damit setzte der Eifelverein ein neues Zeichen für Nachhaltigkeit. Denn auch der Bioland-Hof Gut Paulinenwäldchen schreibt Nachhaltigkeit groß.

Alle waren herzlich eingeladen an diesem Tag, trotz des nass-kalten Aprilwetters, mit uns den Hof zu bestaunen. Sowohl Erwachsene, als auch kleine Kinder kamen der Einladung nach.

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Bewirtschaftet werden ca. 127 ha Acker- und Grünland mit den Schwerpunkten Rindfleischerzeugung, Kartoffel- und Gemüseanbau. Daneben werden Getreide und Ackerfutter angebaut.

Das Gut Paulinenwäldchen achtet darauf keinerlei chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel einzusetzen. Auch in der Tierhaltung sind Hormone und Antibiotika undenkbar, hier wird stets auf die homöopathische Medizin zurückgegeriffen.

Auf dem Betrieb lebt eine Herde von 30 Mutterkühen und einem Bullen der Rasse Limousin. Zurzeit kalben die Kühe. Einige Kälber sind bereits 3 Wochen alt, einige erst 3 Tage. Auch die Kälber vom letzten Frühjahr ziehen dieses Jahr noch einmal mit auf die Weide bevor sie dann verkauft werden, um Inzucht zu vermeiden.

Ziemlich erstaunt waren unsere lieben Besucher, als Frau Gerlach von dem natürlichen Kreislauf und dem Misthaufen der Rinder, der für den Hof einen wahren Schatz darstellt, erzählte. Die Tiere werden artgerecht mit viel Platz, Licht und Luft gehalten, und die Fütterung erfolgt ausschließlich mit den eigen erzeugten Futtermitteln Gras, Grassilage, Heu und Getreide. Das bedeutet für den Hof, dass sie von dem Misthaufen der Rinder profitieren, denn ein besseres Düngemittel gibt es nicht. Es ist ein ständiger Kreislauf. Die Tiere fressen das betriebseigene Futter, scheiden dieses aus und dann landet es als Düngemittel wieder auf den Feldern.

 

Im April, wenn die Temperaturen noch sehr niedrig sind und der Boden zu kalt ist, wird das Gemüse in Gewächshäusern heran gezogen.

Die Gemüsefelder gestalten sich sehr vielfältig. Hier wachsen fast alle einheimischen Gemüsearten – von den verschiedensten Kohlarten über Möhren bis hin zum Salat. Geerntet wird erst kurz vor dem Verkauf, um eine besondere Frische und Qualität zu gewährleisten. Menschengruppe bei den Kühen

Am Ende der Führung durften unsere kleinen Besucher noch das Strohbad und den kleinen Streichelzoo mit 2 Ziegen und 2 Hängebauchschweinen erproben und im Anschluss dessen lud der Hofladen zum Stöbern ein.

Wichtig hierbei ist, dass der Bio-Hof nicht nur der EU-Verordnung ökologischen Anbaus aus Brüssel nachkommt, sondern darüber hinaus die deutlich strengeren Bioland-Richtlinien einhält. Diese sind viel älter als die EU-Verordnung und sind aus dem Bewusstsein heraus entstanden, dass die Landwirtschaft eine besondere Verantwortung gegenüber Tieren, Pflanzen, der Umwelt und auch dem Menschen hat. Gerade in Zeiten des „Bio-Booms“ wird es immer wichtiger, den Unterschied zwischen „EU-Bio“ und „Verbands-Bio“ wie beipielsweise „Bioland“, „Demeter“, „Naturlnd“ zu erklären. Ware, die der EU-Verordnung unterliegt, sind im Gegensatz dazu in der Regel durch ein sechseckiges Bio-Siegel, so wie wir es aus Supermärkten kennen, gekennzeichnet. Denn Bio ist nicht mehr gleich Bio.

Der April macht was er will“ heißt es so schön und so kam zum Mittag hin doch noch die Sonne raus, sodass das Wurmtal zu einer wunderschönen kleinen Rundwanderung von 6 Kilometern einlud.

Weitere Informationen und weitere spannende Veranstaltungen des Eifelvereins Eschweiler finden Sie hier auf der Webseite des Eifelvereins Eschweiler. Informationen zum Gut Paulinenwäldchen finden sie hier http://www.bioland-gauchel.de/ .

 

Text und Fotos: Sarah Starosta